Wissenswertes

 

Die Deutsche Diabetes Fachgesellschaft e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht Menschen nach einer Diabetes-Diagnose optimal abzuholen und auf ihrem weiteren Weg im Umgang mit der Erkrankung zu begleiten. Dazu setzt der Verein auf neueste Erkenntnisse aus der Verhaltens- und Werbeforschung sowie der digitalen Welt. Diese modernen Ansätze sollen dazu genutzt werden, Menschen mit Typ-2-Diabetes bei ihrer Lebensstiländerung zu unterstützen. Um eine Hilfestellung greifbarer zu machen, soll optimal auf die Bedürfnisse des jeweiligen Menschen eingegangen werden.

Nudging

Ein Beispiel hierfür ist „Nudging“. Übersetzt bedeutet der Begriff anregen, lenken oder formen. Dabei handelt es sich um eine Technik aus dem Marketing-Bereich. Ein „Nudge“ bezeichnet einen kleinen Anreiz, der die Menschen unterbewusst dazu bringt, eine bestimmte Entscheidung zu treffen, ohne sie dazu zu zwingen. Dabei kann es sich um ein subtiles Stichwort, aber auch um eine Veränderung des Kontexts oder der Umwelt handeln. „Nudging“ kann man sich ganz leicht zunutze machen. Eine Möglichkeit ist, das eigene Umfeld umzugestalten, um in die gewünschte Richtung geleitet zu werden. Wenn der Apfel in greifbarer Nähe den Weg zum Schokoautomaten erspart, wird er gleich viel attraktiver. Durch diese sogenannte Macht der Trägheit, kann man sich ganz einfach selbst in die richtige Richtung „nudgen“.

Habit Stacking

Ein weiterer Ansatz beschäftigt sich mit „Habit Stacking“. Das Ziel dieser Technik ist es, eine Gewohnheit zu kreieren. Gewohnheiten sind Verhaltensweisen, denen wir kaum oder wenig Beachtung schenken. Diese sind tief in unserem Gehirn vernetzt. Deshalb lassen sich neue Gewohnheiten am einfachsten über „Habit Stacking“ in den Alltag integrieren. Der Begriff bezeichnet das Verknüpfen von alten, bereits tief verwurzelten mit neuen Gewohnheiten. So wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die neue Gewohnheit langfristig beibehalten wird. Die Umsetzung könnte so aussehen: Man erstellt zwei Listen, eine mit alten Gewohnheiten und eine mit Gewohnheiten, die man sich aneignen möchte. Anschließend überlegt man, welche Gewohnheiten sich miteinander verbinden lassen. Ein Beispiel: Man möchte in Zukunft morgens täglich Yoga machen. Diese neue Gewohnheit kann man nun mit einer alten Gewohnheit kombinieren, beispielsweise dem morgendlichen Zähneputzen. Macht man morgens regelmäßig Yoga, nachdem man seine Zähne geputzt hat, wird auch das bald zur Gewohnheit.